FabLab Neustadt a. d. Aisch - Bad Windsheim

Neustadt a. d. Aisch - Bad Windsheim

Aktuelles

Wohlfühloase nicht nur für Technikfreaks - FabLab-Verein gegründet

Das FabLab im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim hat die letzte bürokratische Hürde mit Bravour genommen. Bei der Gründungsversammlung des FabLab-Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim e.V. ging die Besetzung der Vorstandsposten problemlos über die Bühne und auch die Satzung wurde (fast) anstandslos von der Runde akzeptiert. Der Vorsitzende des neuen Vereins heißt Michael Capek und er kann auf einen durchaus respektablen Kreis an Unterstützern bauen.

Das FabLab im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim hat die letzte bürokratische Hürde mit Bravour genommen. Bei der Gründungsversammlung des FabLab-NEA e.V. ging die Besetzung der Vorstandsposten problemlos über die Bühne und auch die Satzung wurde (fast) anstandslos von der Runde akzeptiert. Der Vorsitzende des neuen Vereins heißt Michael Capek und er kann auf einen durchaus respektablen Kreis an Unterstützern bauen.  

Knapp 25 FabLab-interessierte Bürgerinnen und Bürger hatten sich im Bad Windsheimer Jugendtreff Schneiderscheune eingefunden, um die Vereinsgründung mitzuerleben. Die geringere Besucherzahl gegenüber den bisherigen Infoabenden, lasse die Vermutung zu, so Matthias Oberth, dass „der ein oder andere befürchtet hat, mit einem Vorstandposten nach Hause zu gehen“. Dennoch zeigte sich Oberth, der als Vorsitzender des Trägervereins des Jugendtreffs quasi als „Hausherr“ durch den Abend führte,  davon überzeugt, dass angesichts der bisherigen Vorarbeit, dem Gelingen des Projekts so gut wie nichts mehr im Wege stehe 

Ähnlich optimistisch gab sich Bad Windsheims Bürgermeister Bernhard Kisch. „Eine solche Einrichtung ist wichtig nicht nur für die Jugend“, meinte Kisch und verdiene jede Art der Unterstützung. „Vieles ist nötig, vom Know-How bis zum Geld, um erfolgreich zu sein“, sagte der Bürgermeister, der zudem der Hoffnung Ausdruck verlieh, dass aus dem FabLab vielleicht einmal ein bedeutendes Unternehmen seinen Lauf nehmen könne. Vergleichbar mit Beispielen aus den USA, wo einige der größten Computerfirmen ihren Siegeszug aus einer Garage heraus gestartet haben 

Der Leiter des Jugendtreffs, Patrick Wiesinger, skizzierte in aller Kürze den aktuellen Stand bei der Einrichtung des FabLabs. Der Raum in der Schneiderscheune ist inzwischen für diverse Gerätschaften vorbereitet, der erste 3D-Drucker in Betrieb genommen. Eine T-Shirt-Presse steht bereit, ein Folienplotter ist bestellt, ein Server eingerichtet und die vorhandenen PCs in das Netzwerk eingebunden.  Die technische Ausstattung ist aber nur ein Aspekt der Arbeit im Fabrikations-Labor.  

Viel wichtiger sei es, die Einrichtung mit Leben zu erfüllen, erläuterte Wiesinger. Und auch dies, scheint schon vor der offiziellen Eröffnung vortrefflich zu gelingen. Die bisher angebotenen Workshops, wie der Umgang mit der digitalen Spiegelreflexkamera oder dem Arbeiten mit einem Lasercutter, sind bereits ausgebucht. In Vorbereitung ist jetzt ein Kurs, bei dem es um den Bau von Robotern aus Elektro-Schrott geht und ein Workshop zur Programmierung eines Raspberry Pi-Einplatinencomputers. Besondere Erwähnung verdient zudem das Reparatur-Café, das schon seit Monaten in Bad Windsheim und Neustadt/Aisch mit großem Erfolg durchgeführt wird. Diese Initiative ist sozusagen bereits die erste Ausgründung aus dem Fablab und führt ein quirliges Eigenleben.  

Vor den Wahlen des ersten Vereinsvorstands wurde von der Versammlung die vorgelegte Satzung noch um den Passus erweitert, dass der Vorstand um eine beliebige Zahl an Beisitzern erweitert werden kann. Diese Beisitzer werden ebenfalls von der Mitgliederversammlung bestimmt.  Ebenfalls zur Diskussion stand die Höhe der Mitgliedsbeiträge. In der Runde einigte man sich auf einen jährlichen Mitgliedsbeitrag von 60 Euro und einen ermäßigten Jahresbeitrag von 24 Euro für Jugendliche. Zusätzlich wird eine Familienmitgliedschaft (zwei Erwachsene und beliebig viele Kinder) in Höhe von 100 Euro Jahresbeitrag angeboten. Für Unternehmen, Verbände, Städte und Gemeinden soll ein Förderbeitrag erhoben werden, der sich auf mindestens 300 Euro im Jahr beläuft.   

Dem neuen Verein traten am Gründungsabend 20 Mitglieder bei, 18 davon waren anwesend und wählten Michael Capek einstimmig zum ersten Vorsitzenden. Capek ist im Landratsamt für die Wirtschaftsförderung zuständig und hat die Idee der Einrichtung eines FabLabs im Landkreis entwickelt und vorangetrieben. Als stellvertretende Vorsitzende agieren zukünftig Dieter Ross aus Markt Erlbach und Helmut Hülbig aus Neustadt/Aisch. Dieter Ross führt eine IT-Service-Firma und ist ebenso von Anfang an dabei, wie Helmut Hülbig, der als Berufsschullehrer im Bereich Modellbau viel Erfahrung aus dem Praxisbereich einbringen kann. Zum Schriftführer kürte die Versammlung Joshua Kirsch aus Kaubenheim. Als Student der Nanotechnologie ist er bereits beim FabLab an der Universität in Erlangen aktiv und kann nun in Bad Windsheim seine Erfahrungen einbringen. Als Kassier konnte mit Dieter Vatter aus Walddachsbach eine erfahrene Kraft gewonnen werden, da er bereits die Kasse des Jugendtreff Schneiderscheune führt. Zur Vorstandschaft gehören laut Satzung auch ein Vertreter des Reparatur-Cafés, diesen Part übernimmt Heinz Gaksch aus Neustadt/Aisch und ein Vertreter des Jugendtreffs Schneiderscheune – hier wurde der Jugendtreffleiter Patrick Wiesinger benannt.  

Die Reihe der Beisitzer führt einer der bislang aktivsten FabLabianer an, nämlich Jakob Lechner aus Kaubenheim. Dazu kommen von Seiten des Rotaryclubs Uffenheim Edwin Ullmann und Wolfgang Klein sowie Matthias Oberth vom Trägerverein des Jugendtreffs.  Damit war am Ende fast eingetreten, was Matthias Oberth zu Beginn der Versammlung ausgeführt hatte: Von den 18 Mitgliedern machten sich immerhin elf mit einem Vorstandsposten auf den Heimweg. Für den Start eines neuen Vereins gibt es aber deutlich Schlimmeres, waren sich am Ende alle einig.